Mittwoch, 28. Mai 2014

Freundschaft+

Entschuldigt meine etwas längere Pause. Ich versuche in nächster Zeit mehrere und etwas längere Einträge zu machen. Bei Fragen wendet euch an meinem Ask-Profil.
...
"Äh.. ja? Nick, bist du das?" Ich wusste, dass das nicht Nick ist. Ich kannte nicht einmal einen Nick. Wenn er mich schon eine Woche nicht wahrnimmt, indem er sich nicht die Mühe macht, mich anzurufen, darf ich doch wohl so tun, als hätte ich ihn und den Kuss ebenfalls vergessen.
Ich sah mich gezwungen, mich von meiner gemütlichen Position und von Chris zu lösen, um ins Bad zu gehen. Hauptsache außer Hörweite. Als er mich fragend anblickt, von wegen 'Wer ist das?', machte ich eine beschwichtigende Geste mit meiner Hand und schüttelte kurz den Kopf, um auszudrücken, dass der Anrufer der Rede nicht wert ist. 
Ich schloss die Türe des Badezimmers hinter mir ab und setzte mich auf den Klodeckel. "Nick? Wer ist Nick?", fragte er mich, verwundert und leicht darüber enttäuscht, dass ich seine Stimme nicht wiedererkannt habe. Und noch bevor ich antworten konnte, unterbrach er mich. "Ach, egal. Ich hab' vermutlich noch nicht das Recht, so etwas zu wissen." - Aha, 'noch'. - "Ich wollte mich nach dir erkundigen. Fragen, wie's dir geht. Und dich anschließend zu einem Kaffee einladen. Oder worauf du eben Bock hast." Wow, das ging aber schnell. Jedenfalls schneller als erwartet. Ich hatte mit Small Talk oder Ähnliches gerechnet. Nach einer Woche Funkstille will er mich allen Ernstes ausführen? Nein, nicht, dass er mich gemäß dieser Drei-Tage-Regel nach drei Tagen anruft. Er geht gleich All-in und riskiert es, eine Woche zu warten. Dieser unerwartete Vorschlag verschlug mir die Sprache. Ich konnte nur ein stotterndes 'Äh' wiedergeben. Ich will ihn zwar näher kennenlernen und alles, aber mein Stolz lässt es nicht zu, nach einer Woche Warten einfach so zuzusagen. Schließlich soll er nicht von mir denken, ich hätte eine ganze Woche auf ihn gewartet und in der Zwischenzeit pausenlos über ihn nachgedacht. Pff, ich doch nicht. Erneut unterbrach er meine Gedanken. "Es muss ja nicht gleich ein 'Date' sein.. Nur ein nettes Treffen unter Freunden." - Aha, 'unter Freunden'. Um eine weitere Unterbrechung zu vermeiden, antwortete ich diesmal etwas schneller: "Äh, naja. ich bin nicht so der Ausgeh-Typ.." Zum dritten Mal unterbrach mich dieser Drecksack. Verdammt, lass mich doch endlich aussprechen! "Bitte. Ich kann nicht aufhören an dich zu denken. Nur ein einziges Mal. Und wie gesagt, ich will mich vorerst nur freundschaftlich mit dir treffen, also brauchst du nichts Voreiliges zu befürchten." Er kann nicht aufhören an mich zu denken, will aber trotzdem nur mit mir befreundet bleiben? Dat Logik. Das war mir in dem Moment aber egal. Weil ich ihn um jeden Preis noch einmal - oder vielleicht auch zweimal - sehen wollte. Ich atmete lautstark aus, damit er ja nicht meine gespielte Demotivation überhören konnte und sagte daraufhin: "Meinetwegen, wieso denn auch nicht. Wie wär's mit morgen?" "Alles klar, dann bis morgen", erwiderte er mit einem leisen Kichern. Kein Kichern, wie das eines Mädchens. Ein männliches Kichern. Äußerst männlich. Sein Kichern ist maskulin und sexy. Erst nachdem ich aufgelegt hatte, realisierte ich, dass wir uns nichts Genaues ausgemacht haben. Ich wusste weder wo noch wann wir uns morgen treffen. Mist.

"Wer war das?"
"Wer war was?"
"Wer hat dich grad' eben angerufen?"
"Ach, das war bloß meine Mutter. Sie wollte nur wissen, wo ich bleibe."
"Aha." Ein Ich-kauf-dir-das-nicht-ab-Aha.
"Lass uns den Film weiterschauen." Unangenehme Spannung.

-EΩ

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