Mittwoch, 25. Juni 2014

Flotter Dreier gefällig?

Ähm, ja. Das war eben unser "erstes Date". Dachte ich jedenfalls. Denn, wie es sich herausgestellt hat, war es in dem Moment wirklich nur ein Treffen unter guten Freunden. Wisst ihr, wann und wie ich das feststellen durfte? Als ich ihn auf ein BSC (=BeziehungsStatusCheck) ansprach. Mann, war das peinlich. Das war, denke ich, beim fünften Treffen. Und es ist nicht selten vorgekommen, dass wir 'rumgemacht' haben. Natürlich ging es nicht so weit, dass ich dadurch hätte schwanger werden können. So leicht bin ich mal auch wieder nicht zu haben *zwinker*. Und wenn ich ehrlich bin, hat er es nicht einmal versucht (was mich schon langsam verunsichert hat). Naja, wenigstens ist er in der Hinischt seiner damaligen Freundin treu geblieben. Ich hatte doch ein gutes Recht auf ein BSC, oder nicht? 
Ich veranschauliche mal die ungefähre, äußerst peinliche Konversation:

Homeparty bei Tim, seinem besten Freund und Steffi's damaligem festen Freund.
Wir, alleine in Tim's Zimmer, in seinem Bett, beim Kuscheln. Liegt auf mir, küsst mich, meinen Mund, meinen Hals. Puh, Küsse am Hals törnen mich so abnormal an. Die eine Hand stützt ab, die andere streichelt seitlich meinen Bauch, geht in erregend langsamen Bewegungen auf und ab, streift hin und wieder meine Brüste bzw. die eine Brust, sodass ich allmählich in Wallung gerate. Im positiven, sexuellen Sinne. Ich halte mit beiden Händen den Saum seines T-Shirts fest, mit der Absicht, es ihm vom Körper zu streifen. Hält inne.
"Was ist?" Verwirrt. "Ist es nicht das, was alle Männer wollen?", denke ich unbewusst laut.
"Es ist nicht so, dass ich es nicht will. Es ist nur.."
"Es ist nur was? Und wenn wir schon beim Thema 'ungeklärte Fragen' sind, kannst du mich bitte mal über uns aufklären? Ich meine, was ist das? Was machen wir da? Und als was machen wir das?" Ich spüre meine Wut aufsteigen.
"Emily, hör zu. Ich war nicht ganz ehrlich zu dir."
Oh, oh. Was kommt jetzt? Ist er schwul und hat mich nur benutzt, um seine Heterosexualität zu beweisen? Ist er Jungfrau? Das würde mir nichts ausmachen, schließlich war ich damals ja auch noch eine.
"Es gibt da etwas, was ich dir verschwiegen habe. Nicht, weil ich dann befürchte, dich nicht ins Bett zu kriegen, was ich ganz nebenbei nicht vorhatte, sondern einfach nur, weil du mich danach nicht mehr so behandeln wirst, wie du mich jetzt behandelst." 
Wie behandel ich ihn denn?
"Tobi, was ist los?", frage ich unsicher. Wir setzen uns auf.
"Also, es gibt da noch 'ne andere." Ein anderes Mädchen? "Sie studiert in einer anderen Stadt, wir führen schon länger eine Fernbeziehung. Schon lange bevor das mit uns, was auch immer das ist, angefangen hat." 
Nein, sie war nicht irgendein anderes Mädchen, sie war SEIN Mädchen.


Wisst ihr, wie ich mich in diesem Moment gefühlt habe? Wie ein Fußabtreter. Wie eine zweite Matratze, die man nur aus dem Keller holt, wenn die Federn der ersten ihr eigenes Ding durchziehen und ihren eigenen Weg gehen. Wie ein Lichtschalter. Weil man ihn bedienen kann, wie und wann man will. Weil man den armen Lichtschalter kontrolliert. Und er kann nichts dagegen machen. Genau so habe ich mich gefühlt.

"Ok.", antworte ich mit einem lässigen, aber doch gespielten, Achselzucken.
"Ok?"
"Ja, ok. Ist vollkommen in Ordnung, ich hab's eh als 'ne lockere Sache gesehen." 
Bitte, kauf mir das ab.
"Ehrlich?" Was höre ich denn da in seiner Stimme mitschwingen? Einen Hauch von Enttäuschung mit einem Spritzer Kränkung?
"Ja. Komm jetzt, lass uns runter zu Steffi und Tim gehen, um sie davon abzuhalten, in einem abgestürzten Zustand ungewünschte Kinder zu zeugen."

-EΩ

Samstag, 21. Juni 2014

Das stille Örtchen

Ich entschuldige meine übertriebene Pause. Ich wollte einfach mal für eine Weile abschalten.
Da die Mehrheit für Tobi gestimmt hat, setze ich nun unsere Geschichte fort. Mein Lieblingsonkel muss noch warten.
Vielleicht habt ihr schon bemerkt, dass ich ab und zu zwischen Präteritum und Präsens wechsle. Das mache ich beabsichtigt, weil es in dem Moment beim Schreiben hilft und damit es auch für den Leser einfacher ist, sich in diese Lage zu versetzen.

...

Natürlich konnte ich die Nacht vor Aufregung und Nervosität nicht gesund durchschlafen. Ich machte mir Gedanken über ihn, über "uns". Ob ich ihn tatsächlich mag und umgekehrt. Und darüber, wo und wann wir uns treffen. Diese grundsätzliche Information hatte mir der Mistkerl verschwiegen. Entweder er hat es selbst vergessen oder er ist ein großer Fan der Spontanität. Oder er ist einfach nur ein Arsch.
Am folgenden Tag (ich denke, es war ein Samstag) verhielt ich mich so, wie an jedem gewöhnlichen Morgen. Theoretisch war er das auch. Theoretisch. Ich wartete bis zum späten Nachmittag. Da begann ich allmählich an meinem Hörvermögen bzw. Verstand zu zweifeln. Ich lag auf meinem Bett, hörte mit unangenehmen Kopfhörern Musik und kritzelte mit meinem Kugelschreiber wie üblich etwas unverständlich Abstraktes in mein Notizblock, als mich das Vibrieren meines Handys auf einen eingehenden Anruf aufmerksam machte. Ich nahm einen Hörer ab, registrierte ein nervtötendes Hupen von unten und ging ran.


"Entweder du bist tot oder einfach nur taub. Aber da du dich anscheinend lebendig genug fühlst, einem unbekannten Anrufer entgegenzukommen, tippe ich auf Letzteres."
"Äh.."
"Sag jetzt bitte nicht, du hättest mich wieder nicht erkannt. Das würde meinem Ego nicht gut tun."
"Hi, Tobi."
"Aha, doch nicht taub. Also? Ich warte."
"Worauf?"
"Auf eine Erklärung. Oder eine billige Ausrede. Bestenfalls eine Entschuldigung."
"Warte einen Augenblick, ich versteh' dich nicht. So ein asoziales Schwein hupt ununterbrochen. Kannst du bitte lauter reden?" Er lacht.
"Was amüsiert dich so?", frage ich verwirrt.
"Kannst du einfach 'runterkommen, damit ich endlich mit dem Scheißhupen aufhören kann?" Legt auf.


Ich ziehe mich hektisch um, trage etwas Wimperntusche auf, ziehe meinen typischen Lidstrich und lege mir knallroten Lippenstift auf. Weil ich meine Haare in dem Moment nicht bändigen konnte, machte ich mir einen schlampigen Dutt. Mein Outfit war nichts besonderes: Schwarze Röhrenjeans, schwarzes Basictop und ein offenes, rot-grün-blau kariertes Holzfällerhemd.
Als ich die letzten Stufen hinunterhopste und meinen Kopf lächelnd erhob, begegneten sich unsere Blicke. Er erwiderte es mit einem schüchternen Lächeln, das, ehrlich gesagt, meine Wolllust antrieb. So, wie er lässig auf seinem Audi angelehnt dastand, war er zum Anbeißen. Vor allem seine großen, blauen Dackel-Augen verschafften ihm einen Pluspunkt. Zur Begrüßung umarmten wir uns. Länger als unter "guten Freunden".


Im Auto.
"Wo geht's denn hin?"
"Wird 'ne Überraschung."
"Ich hoffe doch, eine gute."
"Das, meine Liebe, liegt im Auge des Betrachters." Grinst schief.
...
"Ok, das reicht. Sagst du mir endlich, wo wir hinfahren? Wir sind seit einer halben Stunde unterwegs! Ich muss ja sichergehen, dass du keine Gefahr für mich bist."
"Ach, Emily, wenn du wüsstest. Glaubst du denn, dass ich eine Gefahr für dich bin?
"Wenn ich das glauben würde, wäre ich doch nicht hier."
Lächelt. "Wir sind gleich da. Fünf Minuten."


Endlich bleibt er stehen. Soweit ich das beurteilen kann, sind wir in einem Wald. Oder in einem wald-ähnlichen Viertel. Jedenfalls sind viele Bäume und anderes Grünzeug zu sehen. Er schaltet den Gang runter, macht den Motor aus, steigt ab, umrundet das Auto, oder besser gesagt, die Motorhaube, und hält mir wie ein Gentleman, der er auch ist, die Autotür auf. Erst beim Aussteigen nehme ich seine heutige Garderobe wahr. Typisch Skater: T-Shirt, Dreiviertelhose und Chucks.

"Wo sind wir hier?"
"Ist eines meiner Lieblingsorte. Ein schönes, ruhiges Plätzchen. Komm mal mit."
Zeigt mit einer knappen Kopfbewegung, in welche Richtung es geht.


Zehn Minuten lang sind wir in dem Wald immer tiefer hineinspaziert, bis wir schließlich an dem gewünschten Ort ankamen. Er blieb mit dem Rücken vor mir stehen und fragte mich stolz, ohne mich dabei anzuschauen, "Und? Was hälst du davon? Ist es nicht traumhaft hier?". Es war traumhaft. Und wie traumhaft es war. Ein Ausblick, wie in einem Märchenbuch. Dieses durch Unmengen von Nadel- und Laubbäumen isolierte Örtchen lag an einem grünen See, der wegen den Sonnenstrahlen so schön - und romantisch - in allen Richtungen schimmerte. Das Vogelzwitschern trug auch einiges dazu bei, mich in eine romantische Stimmung zu versetzen. Hier war es natürlich, still, isoliert und wunderschön - einfach perfekt für eine Einsiedlerin, wie mich. Nur war ich nicht alleine. Dieser Gedanke hat mich unbewusst leicht verstört.
Er führte mich zu einem abgefallenen Baum, der anscheinend nicht weggetragen wurde. Der diente jetzt lediglich unseren Ärschen. Wir saßen stundenlang da, redeten und tranken Apfelschorle, umgeben von Mutter Natur. Als wären wir einmal die besten Freunde gewesen, die sich für Jahre aus den Augen verloren haben und nun wieder vereint sind. Oder als hätten wir in einem früheren Leben jahrelang Seite an Seite im Zweiten Weltkrieg, in Polen stationiert, als deutsche und durch die gemeinsamen Albträume verbrüderte Soldaten eines damaligen Nazi-Führers gekämpft. Wir standen uns in kürzester Zeit so nahe, dass er langsam mit Steffi konkurrierte.


Für die ganz Neugierigen.. Nein, es ist nichts passiert. Nichtmal ein kleines Gefummel. Er hat mich brav spät abends nachhause gefahren. Meine Mutter hat sich wegen der Uhrzeit zwar aufgeregt, oder vielleicht auch nur deswegen, weil ich beim Eintreten gestolpert und das Schuhregal beim Hinfallen mitgenommen habe, aber es war mir in dem Moment einfach egal. Denn ich war verknallt. Bis über beide Ohren.

-EΩ

Donnerstag, 5. Juni 2014

Mein Lieblingsonkel

Mir ist aufgefallen, dass ich in meinen letzten Einträgen nur von Tobi erzähle. Natürlich setzte ich diese Geschichte in Bälde fort, nur nicht in folgendem Post. Es ist nicht unbedingt das schönste Gefühl, alles noch einmal Revue passieren zu lassen, wenn man bedenkt, wie wir auseinander gegangen sind. 
Zur Abwechslung gibt es diesmal etwas Familiäres:

Ich habe soeben erfahren, dass mein Lieblingsonkel - väterlicherseits - uns einen Besuch abstattet. Soll ich euch verraten was ihn zu meinem Lieblingsonkel macht? Lasst mich diese Frage anhand einer netten, kleinen Geschichte beantworten..
Vor langer, langer Zeit gebar meine Großmutter ihr erstes Kind, meinen Vater. Daraufhin folgten weitere acht mühsame Kinderlein. Eines davon, das siebte (siebente?), war mein Lieblingsonkel. Er hatte das Glück, mit der Zeit immer fetter zu werden. Und dementsprechend auch unattraktiver. Das führte dazu, dass ihn keine feminine Frau eines Blickes würdigt. Aus diesem Grund musste er sich anderweitig begnügen. Ja, meine Lieben, die Rede hier ist von schmutzigen Pornos und gleichzeitige Masturbation. Er hatte sich eine Zeit lang damit zufrieden gegeben, bis er bemerkte, dass seine damals 8-jährige Nichte, die im Ausland lebte und nur in den Sommerferien zu Besuch kam, über dieselben Geschlechtsteile verfügt. Nur waren sie noch nicht so ausgereift, wie jene, die er aus Playboy-Heften kannte. Trotzdem war das kein Hindernis, sich an ihr zu vergreifen. Er fasste ihre noch nicht vorhandenen Brüste an, massierte sie, knetete sie, spielte mit ihnen. Ab und zu glitt er auch mit seiner Hand über ihr knochiges Gesäß. Steckte zu seinem Vergnügen auch mal seinen Finger zwischen den Pobacken und massierte netterweise ihren Anus. Das Mädchen wehrte sich nicht, weil sie in dieser Hinsicht noch unerfahren war. Sie wusste nicht, was er mit ihr anstellte oder wieso er das mit ihr anstellte. Sie wusste nicht, ob sie das jemandem sagen soll - oder darf. Verdammt, das Mädchen war erst acht! Sie schwieg. In der Hoffnung, er würde von selbst aufhören. Was er nicht tat. Anstatt sich wie ein normaler Onkel zu verhalten und anständig mit der Tochter seines ältesten Bruders Himmel & Hölle zu spielen. Normal war ihm wohl zu Mainstream. 
Einmal, an diesem Geschehnis kann ich mich leider zu genau erinnern, da standen wir zu zweit im Treppenhaus meiner Tante, seiner Schwester. Mir taten die Füße vom langen Weg, den wir zu Fuß zurückgelegt hatten, weh. Also bat ich ihn, mich auf seinen Schultern die Treppen hochzutragen. Ich liebte es, auf den Schultern getragen zu werden. Sogar von ihm. Ich hatte meinen Onkel trotz seiner ethisch unkorrekten Taten lieb. Aber je älter und sachkundiger ich wurde, desto größer wurde mein mit Wut kombinierter Hass auf ihn. Er schaute auf mich herab und sagte "Nur, wenn du mir das hier zeigst", während er mit seinem Finger auf mein Shirt deutete. Ich sah es damals nicht so tragisch (verdammt nochmal, ich war erst acht!), also nickte ich ihm nach einem kurzen Zögern stumm und verwirrt zu. Heute frage ich mich, inwiefern ihn das befriedigt hat. Ich meine, mit acht Jahren hat kein normal hormonelles Mädchen Titten. Da hätte er mit den 'Brüsten' eines Jungen genauso viel Spaß haben können. Er zog meinen Ausschnitt, der relativ nah am Hals lag, so weit runter, dass er sich mühelos eine nackte Brust schnappen konnte. Er hielt sie, gequetscht zwischen Daumen und Zeigefinger, und betrachtete sie. Sah sie nur an. Als hätte er derartiges noch nie gesehen, was er höchstwahrscheinlich auch nicht hat. Er hörte Schritte, sah den Mann meiner Tante kommen. Gott sei Dank. Prompt ließ er los und richtete alles zurecht. Sie begrüßten sich gegenseitig. Zu guter Letzt durfte ich die Treppen selbst hochschlendern. Die versprochene Belohnung habe ich nie erhalten.
Es ist zu meinem Glück nie etwas passiert, was ich als Straftat bezeichnen würde. Es ist nur einmal fast etwas passiert. Ich, mein 13-jähriges Ich, übernachtete an dem Tag im Elternhaus meines Vaters. Anwesend waren lediglich meine jüngste Tante (20) und er. Ich schlief an diesem besonders heißen Sommertag auf der Couch, weil es nur im Wohnzimmer eine Klimaanlage gibt. Irgendetwas weckte mich. Ich kann bis heute nicht genau sagen, was. Ob es mein Instinkt war? Oder war es doch der breite Schatten, den er mit seiner breiten Masse über mich warf? Ich weiß es nicht. Aber eines davon muss es gewesen sein. Ich schlug meine Augen nicht auf, lauschte nur. Seine Hand drang in meinen ausgeweiteten Ausschnitt. Sie bewegte sich Richtung Busen. Er hielt erst inne, als ich mich entschied, ihn über mein Wachsein in Kenntnis zu setzen, indem ihn meine gerade aufgerissenen, aber doch wesentlich müden Augen fassungslos anstarrten. Zu meiner Überraschung setzte er sein Tun fort. Als würde ihn mein Bewusstsein nicht stören - oder gar auffallen. Das ließ ich mir nicht länger gefallen. Ich schob seine Hand mit einer verärgerten Geste weg. Mit jener startete er noch einen Versuch. Aber diesmal in Richtung Arsch. Ich hielt sie fest, gab einen verweigerlichen Laut von mir. "Nur kurz, bitte", erwiderte er wiederholt. Aus Verzweiflung sprang ich auf und rannte ins Zimmer meiner Tante, wo ich den Rest der Nacht bzw. des frühen Morgens verweilte. Schlaflos, verängstigt, leicht traumatisiert. Am folgenden Morgen waren wir wieder Onkel und Nichte. Als wäre nie etwas gewesen.

Mit der Zeit muss er meine zunehmende Reife und Abneigung gegen ihn mitbekommen haben. Das muss wohl der Grund sein, wieso er sich heute nicht mehr so ran macht wie früher. Das, oder er ist pädophil. Ganz simpel.

Versteht ihr jetzt, wieso er mein Lieblingsonkel ist? 
Könnt ihr euch nun vorstellen, wie sehr ich mich auf seinen Besuch freue? 

-EΩ