Mittwoch, 28. Mai 2014

Freundschaft+

Entschuldigt meine etwas längere Pause. Ich versuche in nächster Zeit mehrere und etwas längere Einträge zu machen. Bei Fragen wendet euch an meinem Ask-Profil.
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"Äh.. ja? Nick, bist du das?" Ich wusste, dass das nicht Nick ist. Ich kannte nicht einmal einen Nick. Wenn er mich schon eine Woche nicht wahrnimmt, indem er sich nicht die Mühe macht, mich anzurufen, darf ich doch wohl so tun, als hätte ich ihn und den Kuss ebenfalls vergessen.
Ich sah mich gezwungen, mich von meiner gemütlichen Position und von Chris zu lösen, um ins Bad zu gehen. Hauptsache außer Hörweite. Als er mich fragend anblickt, von wegen 'Wer ist das?', machte ich eine beschwichtigende Geste mit meiner Hand und schüttelte kurz den Kopf, um auszudrücken, dass der Anrufer der Rede nicht wert ist. 
Ich schloss die Türe des Badezimmers hinter mir ab und setzte mich auf den Klodeckel. "Nick? Wer ist Nick?", fragte er mich, verwundert und leicht darüber enttäuscht, dass ich seine Stimme nicht wiedererkannt habe. Und noch bevor ich antworten konnte, unterbrach er mich. "Ach, egal. Ich hab' vermutlich noch nicht das Recht, so etwas zu wissen." - Aha, 'noch'. - "Ich wollte mich nach dir erkundigen. Fragen, wie's dir geht. Und dich anschließend zu einem Kaffee einladen. Oder worauf du eben Bock hast." Wow, das ging aber schnell. Jedenfalls schneller als erwartet. Ich hatte mit Small Talk oder Ähnliches gerechnet. Nach einer Woche Funkstille will er mich allen Ernstes ausführen? Nein, nicht, dass er mich gemäß dieser Drei-Tage-Regel nach drei Tagen anruft. Er geht gleich All-in und riskiert es, eine Woche zu warten. Dieser unerwartete Vorschlag verschlug mir die Sprache. Ich konnte nur ein stotterndes 'Äh' wiedergeben. Ich will ihn zwar näher kennenlernen und alles, aber mein Stolz lässt es nicht zu, nach einer Woche Warten einfach so zuzusagen. Schließlich soll er nicht von mir denken, ich hätte eine ganze Woche auf ihn gewartet und in der Zwischenzeit pausenlos über ihn nachgedacht. Pff, ich doch nicht. Erneut unterbrach er meine Gedanken. "Es muss ja nicht gleich ein 'Date' sein.. Nur ein nettes Treffen unter Freunden." - Aha, 'unter Freunden'. Um eine weitere Unterbrechung zu vermeiden, antwortete ich diesmal etwas schneller: "Äh, naja. ich bin nicht so der Ausgeh-Typ.." Zum dritten Mal unterbrach mich dieser Drecksack. Verdammt, lass mich doch endlich aussprechen! "Bitte. Ich kann nicht aufhören an dich zu denken. Nur ein einziges Mal. Und wie gesagt, ich will mich vorerst nur freundschaftlich mit dir treffen, also brauchst du nichts Voreiliges zu befürchten." Er kann nicht aufhören an mich zu denken, will aber trotzdem nur mit mir befreundet bleiben? Dat Logik. Das war mir in dem Moment aber egal. Weil ich ihn um jeden Preis noch einmal - oder vielleicht auch zweimal - sehen wollte. Ich atmete lautstark aus, damit er ja nicht meine gespielte Demotivation überhören konnte und sagte daraufhin: "Meinetwegen, wieso denn auch nicht. Wie wär's mit morgen?" "Alles klar, dann bis morgen", erwiderte er mit einem leisen Kichern. Kein Kichern, wie das eines Mädchens. Ein männliches Kichern. Äußerst männlich. Sein Kichern ist maskulin und sexy. Erst nachdem ich aufgelegt hatte, realisierte ich, dass wir uns nichts Genaues ausgemacht haben. Ich wusste weder wo noch wann wir uns morgen treffen. Mist.

"Wer war das?"
"Wer war was?"
"Wer hat dich grad' eben angerufen?"
"Ach, das war bloß meine Mutter. Sie wollte nur wissen, wo ich bleibe."
"Aha." Ein Ich-kauf-dir-das-nicht-ab-Aha.
"Lass uns den Film weiterschauen." Unangenehme Spannung.

-EΩ

Mittwoch, 21. Mai 2014

Applaus für die Schlampe

Ich habe beschlossen, jede Woche zwei Einträge zu veröffentlichen. Noch stehen keine fixen Tage fest. Aber wenn euch das lieber wäre, lasst es mich auf meiner Ask-Seite, die euch - so ganz nebenbei - auch für Fragen offen steht, wissen.
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Die ganze Autofahrt über hat Steffi diesbezüglich kein Wort über den Lippen verloren, ließ nur argwöhnische Blicke über mich schweifen. Ich hatte schon eine Vorahnung, was mich erwarten würde, wenn uns die Jungs bei ihr zuhause absetzen. Und sie setzen uns deswegen bei ihr ab, weil ich damals schon praktisch in ihrer Residenz gelebt habe. Meine Mutter war nämlich gerade frisch vermählt. Mehr müsst ihr dazu nicht wissen, glaubt mir.
Ihre Schweigsamkeit hielt bis zu dem Zeitpunkt, an dem wir ihr Zimmer betraten. Prompt schloss sie die Türe zu, stellte sich davor und schaute mich erwartungsvoll an. "Erzähl mir A-L-L-E-S! Und lass ja keine dreckigen Details aus." Also begann ich ihr von Tobi, dem Knistern zwischen uns und dem wahnsinnigen Kuss zu erzählen..
"Wie weit wärst du gegangen?", fragte - oder besser gesagt, unterbrach - sie mich mit eindeutigen Hintergedanken. Nach einem kurzen Zögern zuckte ich mit den Achseln. Ich wusste, wie weit ich gegangen wäre. Und sie anscheinend auch. 
Wisst ihr, ich halte nicht wirklich viel von nachehelichem Sex. Es gab mal eine Zeit, in der ich davon überzeugt war. Aber mittlerweile sehe ich nicht ein, wieso das die Männer dürfen und die Frauen nicht. Wenn die Männer ihre Bettgeschichten ihren Freunden erzählen, kriegen sie Applaus. Soll ich euch sagen, was die Frauen kriegen? Ich weiß es nicht. Ich weiß es nicht, weil es einfach keine Frau macht, aus Angst, sie könnte für ihre Tat als Schlampe bezeichnet werden. Wenn das mal keine sexistische Ungerechtigkeit ist.
Natürlich hat jede Frau ihre Vertraute für solche Angelegenheiten. Bei mir ist es, wie euch sicherlich schon aufgefallen ist, die berühmte Steffi. Und umgekehrt. In dieser Hinsicht ist bzw. war sie um einiges erfahrener als ich. 
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Da Chris mein männlicher bester Freund ist, musste auch er von der koketten Begegnung mit Tobi erfahren. Also erzählte ich von ihm und noch bevor ich von dem Kuss anfangen konnte, hielt ich inne, weil ich einen ernsten Blick auf seinen Zügen registrierte. Ich beschloss, diese Kleinigkeit auszulassen. 'Wenn sich etwas Ernstes daraus entwickelt, wird er es schon erfahren', redete ich mir ein. Auf diesen Gedanken hoffte ich inständig. Als Chris vorschlug, einen Film anzusehen, willigte ich sofort ein, in der Hoffnung, keinen Gedanken mehr an Tobi zu verschwenden, was mir die ganze Woche schon misslungen ist.
Wie immer, saßen wir in seinem Bett mit dem Laptop auf seinem Oberschenkel. Ich schmiegte mich an ihm, um eine bequeme Position einzunehmen. Bevor ich Tobi richtig kennenlernte, war Christopher der einzige Junge, bei dem mir so viel Körperkontakt nichts ausmachte. Und gerade dann, als er den Film starten wollte, fing mein Handy zu läuten an. Unbekannte Nummer. "Hallo?", eine von zwei meiner typischen Abheb-Begrüßungen. "Emily.. bist du das?" Aufgrund der unvergleichbaren Stimme, war mir sofort klar, wen ich am Hörer hatte. Ich dachte, ich falle gleich in Ohnmacht. 
Tobi, du verdammtes Arschloch.
Weiteres folgt.

-EΩ

Dienstag, 13. Mai 2014

Mhm, lecker, soziale Männer mit Manieren.

Als Entschädigung dafür, dass ich mich voriges Mal eher kurz gefasst habe, habe ich mich entschieden, den zweiten Teil jetzt schon zu veröffentlichen. Unter anderem auch, weil mir in den Werktagen die Zeit dazu fehlen wird.
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Nicht einmal eine Minute war vergangen, als mir unerträglich heiß wurde. Das lag zweifellos an dem sexy Typen neben mir. Weil er so unpackbar heiß ist. Ich muss dazu noch sagen, dass man ihn jetzt nicht gleich mit Jensen Ackles - meinem absoluten Traummann, wenn man nur die Optik bedenkt - und weiteren Kerlen seinesgleichen vergleichen kann, aber er war doch eine Augenweide. Vor allem für mich, das Mädchen mit der rosaroten Brille. Die kurze Stille legte sich wieder, als er, wie aus dem Nichts, anfing, von seiner kleineren Schwester zu erzählen. Ich denke, das hat er nur gemacht, um uns einen weiteren Moment der Stille zu ersparen. Aber ich muss ehrlich zugeben, mit dieser Masche konnte er eindeutig bei mir punkten. Ja, ich bin ein Einsiedler, trotzdem liebe ich es, zu helfen und Soziales zu tun. Und vor allem liebe ich Männer, die das genauso lieben. Sie war erst 3 Jahre alt und herrschte jetzt schon über seine Welt. Anschließend zeigte er mir noch einige Fotos auf seinem Smartphone, bei denen ich nicht anders konnte als ein fettes 'Awww' von mir zu geben. Und dieses 'Awww' hatte sie sich wirklich verdient, denn sie war zum Anbeißen. Obwohl ich mich nie zu Kindern angezogen gefühlt habe. Auch heute nicht. Sie ist die einzige Ausnahme. Meine beste Freundin. Sorry, Steffi, hab' dich trotzdem lieb.
Nach dieser Aktion lief das Gespräch. Wörter flossen wie ein Wasserfall aus unseren Mündern. Wir sprachen über alles. Über unsere Vorlieben, unsere Freunde und Familie, den Sinn unseres Daseins und ja, sogar über meine aktuellen Probleme. Normalerweise erwähne ich meine Probleme nie jemandem gegenüber, jedoch war er ein Sonderfall. Wie seine Schwester. Muss wohl in der Familie liegen. Ein genetisch bedingtes Ausnahme-Syndrom. Oder so.
Dieses Gefühl der Freiheit und Hemmungslosigkeit habe ich noch nie so stark empfunden wie in seiner Nähe. Ich vertraute ihm. Bei ihm konnte ich ich selbst sein, was mir nicht oft zusteht. Bei ihm konnte ich einfach drauf' loslegen, ohne im Nachhinein zu bereuen, etwas Unpassendes gesagt zu haben. Bei ihm fühlte ich mich geborgen. Ich wusste schon damals, er wird derjenige sein, der mich vor der grausamen Welt und gar vor mir selbst beschützt.
Mit jeder Sekunde kamen wir uns immer näher - psychisch und physisch. "VERDAMMT, KÜSS MICH DOCH ENDLICH!", hallte es in meinem Kopf permanent wider. Und siehe da, wie auf sein Stichwort: Den Kopf leicht geneigt und den Mund auf eine höchst erotische Weise leicht geöffnet, näherte er sich mir, während seine rechte Hand meinen linken Kiefer umfasste. Dabei sah er mir mit ausdrucksvollem Blick so tief in die Augen, dass sie meine locker hätten durchbohren können. Ich hatte mir diesen Moment zwar 2374912 Mal ausgemalt, war, als es darauf angekommen wäre, aber doch total unvorbereitet. Ich wusste nicht, wie mir geschieht, da hatte er schon seine Lippen auf die meinen gepresst. Vor Schock konnte ich den Kuss zunächst nicht richtig erwidern, aber mit der Zeit arbeitete meine Zunge fleißig mit. Nicht schlecht für den ersten Zungenkuss. Und unbedingt dann, als ich so richtig in Schwung kam und mich von meiner unangenehmen Position in eine weniger unangenehme Position umgesetzt hatte, musste dieses nervtötende Wesen, namens Steffi, uns mit einem lauten Klopfen - eigentlich kann man das nicht als Klopfen bezeichnen, da sie die Arbeit nicht, wie üblich, einer Faust, sondern ihrerer Handfläche, überließ - stören. Nochmals, vielen Dank, Steffi. Ihre Kinnlade hing aus Verblüffung und Verwunderung in der Luft, die Augen weit aufgerissen, die Brauen leicht hochgezogen. Den Kopf schüttelnd, schaute sie mich mit einem Blick an, der allein schon alles aussagte. "Du, Schlampe, machst einfach hinter meinem Rücken mit dem besten Freund meines Freundes rum, tz tz tz." - grob auf Steffi-Art gesagt.
Weiteres folgt.

-EΩ

Sonntag, 11. Mai 2014

Mhm, lecker, Männer mit Manieren.

Wie bereits erwähnt, sind Tobi und ich zurzeit Freunde. ZURZEIT. Wir hatten nämlich eine sehr.. chaotische, aber doch leidenschaftliche Vergangenheit. Wir lernten uns durch Steffi kennen. Er ist der beste Freund ihres Ex', Tim. Sie hat mich - unfreiwillig! - zu einem Doppeldate mitgeschleppt. Und dafür bin ich ihr ausnahmsweise dankbar. Ausnahmsweise, weil das nicht das erste Mal ist, dass das passiert. Sie meint, mir würde etwas "Liebe" - und damit meint sie zweifellos Sex - gut tun. Deswegen steckt sie ihre Nase gaaanz tief in fremde Angelegenheiten 'rein, indem sie mich zu verkuppeln versucht. Erfolglos, bis zu diesem Tag, an dem ich sie mit ihrer damals aktuellen Flamme und seinem Homie (ich habe in diesem Fall die grammatikalische Korrektheit bewusst außer Acht gelassen, weil 'ihrem Homie' schon irgendwie komisch klingt) in eine Shisha-Bar begleiten musste. Als würde es nicht reichen, mich meiner befriedigenden Einsamkeit in meiner gemütlichen Ecke, in der ich zuhause hauptsächlich hocke, zu entziehen, nein, jetzt durfte ich auch noch in eine erstickend benebelte Bude gehen und passiv mitrauchen. Mhm, lecker, Rauch. Na vielen Dank auch, Steffi. Dankeschön. 
Wir saßen also zu viert um einen niedrigen Tisch, auf dem die ungewöhnlich große Shisha gestellt worden war. Jeder, exklusive mir, mit jeweils einem Mundstück (ist diese Bezeichnung korrekt?) in der Hand. Ich weiß nicht, was appetitlicher war. Der Anblick von Steffi und Tim, wie sie sich einander die Zunge in den Rachen stecken und sich das Gesicht wegschlecken, oder der Geruch, von dem mir mittlerweile der Kopf drehte. Außerdem lief es nicht besonders zwischen Tobi und mir. Um die Atmosphäre nicht noch peinlicher zu gestalten, entschied ich mich für einen kurzen Ausgang. 
Kurz darauf folgte mir überraschenderweise Tobi in die frische Luft, um sich zu mir zu gesellen. Anders als innerhalb dieser vier Wände, funkte es prompt zwischen uns. Dieses Gefühl, dieses unbeschreibliche Gefühl, zu vergleichen mit der puren Nervosität, trat nur bei ihm auf und bei keinem anderen. Nun standen wir also da, in der abendlichen Dämmerung, in der Kälte und starrten uns an. Wortlos. Er verschlug mir mit seinem Anblick und der Anspannung, die er mit sich brachte, die Sprache, und wie ich im Nachhinein mitbekommen habe, ich ebenso. Trotz der peinlichen Stille, wollte ich, dass dieser Moment nie aufhört. Ich genoss es einfach zu sehr, ihn anzuschauen. Diese großen, blauen Augen, die mich betrachteten, als wäre ich knuspriger Speck. Diese betonten Kieferknochen, die mich bis heute zum Sabbern zwingen. Diese Männlichkeit, die er mit lediglicher Anwesenheit ausstrahlte. Das ist der Augenblick, an dem ich von der Liebe auf den ersten Blick überzeugt war. Heute bin ich mir nicht einmal sicher, ob man das überhaupt als wahre Liebe bezeichnen kann. Mit einem leichten Kopfschütteln löste er sich von seiner Starre und fragte mich, ob mir nicht kalt sei. Nach einem kurzen Zögern nickte ich stumm, noch immer wie gelähmt, dastehend. Da er selbst keine Jacke hatte, die er mir anbieten konnte, schlug er vor, wieder hineinzugehen. Ich lehnte ab mit der Begründung, der Qualm treibe mich zu Schwindelgefühlen. Als hätte er das vorhergesehen, lud er mich ein, die Zeit in seinem Auto zu verweilen. Zu meiner Überraschung willigte ich ein, ohne groß darüber nachzudenken. Mir war bewusst, dass er mich vergewaltigen könnte oder Ähnliches, aber ich vertraute ihm. Grundlos. Und bei mir kommt so etwas nicht allzu häufig vor, besonders nicht auf die Schnelle. Außerdem hätte ich bei seiner Person bezüglich einer zärtlichen Vergewaltigung nichts einzuwenden, hehe. 
Wie ein Gentleman, der er auch ist - eine Eigenschaft, die mich absolut antörnt - hielt er mir die Tür auf und schloss sie nach meinem Einstieg vorsichtig, darauf bedacht, nicht meine Finger zu köpfen. Ich beobachtete ihn, wie er die Motorhaube umläuft und sich zu mir setzt.
Weiteres folgt.

-EΩ

P.S.: Euren Müttern alles Liebe zum Muttertag. Seid nett zu ihnen. Das war keine Bitte.

Mittwoch, 7. Mai 2014

Spinat kann tödlich sein!

Da ich voriges Mal eher auf meine Person –  eigentlich auf meine Optik - eingegangen bin,  bin ich heute mal nicht so egoistisch und erzähle kurz etwas von meinem engsten Umkreis, damit ihr mir in Zukunft bei meinen Geschichten auch halbwegs folgen könnt.

Christopher alias „Chris“: Nachbar und bester Freund seit meiner Kindheit. 18. Ungarische Wurzeln. Braunes Haar, welches er nur zu gern mit einem Snapback bedeckt. Grünäugig. Normalgewichtig. Lebt bei seinen Eltern. Liebt sein Auto und seine Snapbacks über alles. Ähnelt auf den ersten Blick einem Hipster, was er Gott sei Dank nicht ist. Rap und Oldschool-Hiphop. Besitzt SECHS Vans in den verschiedensten Rottönen! Hat eine Hündin namens Leksi, die mich permanent anknurrt - entweder, weil sie mich nicht besonders mag oder weil ich so sexy bin. Ich tippe auf Letzteres. 
Stefanie alias „Steffi“: Bessere Hälfte und Klassenkameradin. 17. Schlank. Braune Augen. Ursprünglich Blondine, hat sich aber dafür entschlossen, mich auf eine hinterhältige Weise zu verraten und sich die Haare braun zu färben. Weiblicher Player. Lebt mit ihrer Mutter. Teilt meine Humorbehinderung. Selfie-Queen. Party-Löwe. Kellnert gelegentlich. 
Arthur alias „Tobi“: Ex.  Mittlerweile schon 19. Lebt mit seinen Kumpels in einer WG. Der erste und letzte, für den ich so empfunden habe. Skater. Querdenker. Groß.  Blond-braun. Dunkle, blaue Augen. Einzigartige Persönlichkeit. Einzigartige Fähigkeiten im Bett. Haha, Spaß. Oder nein, doch kein Spaß. Er war wirklich.. akzeptabel. Wirklich, wirklich akzeptabel. Derzeitiger Beziehungsstatus: Freunde. (ohne gewissen Vorzügen)

Ähm, ja. Das war’s so ziemlich. Nicht gerade die längste Freundesliste, was? Aber ich bin ja auch nicht so der kontaktfreudige Typ. Um ehrlich zu sein, scheue ich mich sogar vor neuen Bekanntschaften. Doch selbst ein einsamer Wolf braucht ab und zu sein Rudel. 
Ich muss mich dafür entschuldigen, dass ich mich so kurz gefasst habe, aber momentan bin ich nicht in bester Stimmung, einen Roman zu verfassen. Vielleicht deswegen, weil mein Magenknurren die ganze Nachbarschaft aus deren Schönheitsschlaf, den - ganz nebenbei - so manche dringlichst nötig hätten, weckt. Meine Ma und ich hatten vor Kurzem eine äußerst heikle Auseinandersetzung. Die Ursache ist irrelevant. Wichtig ist nur, dass ich mich konsequenterweise weigere, ihren hausgemachten Spinat 'runterzuwürgen. Ich bin ihr zwar dankbar für ihr Engagement, eine gute Mutter abzugeben - was sie auch tatsächlich ist, ich kann nicht klagen -, aber, was zu viel ist, ist zu viel. Bei ihrem Spinat wird mein Würgereiz dermaßen erregt, unglaublich. Solch eine Erregung wäre mir in anderen Fällen mit anderen Umständen lieber. Einfach nur unglaublich und schon nahezu beeindruckend, was ein Geruch, der einen dazu bringen kann, sich freiwillig in den Tod zu stürzen, alles bewirken kann. Seinetwegen sind Ehen in die Brüche gegangen, so toll ist er.
Nun denn, wie gesagt, das sind eben die Personen, die eine schwerwiegende Rolle in meinem Leben einnehmen und daher auch dementsprechend oft in meinen Geschichten vorkommen. Sollten weitere signifikante Charaktere erscheinen, werde ich ihnen ebenfalls ein kurzes Statement widmen.
Dieses Wochenende dürftet ihr dann einen etwas längeren Blogeintrag erwarten.

-EΩ

Samstag, 3. Mai 2014

In Therapie

Hallo. Oder hi. Oder hey. Oder wie man sich auch immer in der großen weiten Welt, von der ich aufgrund meiner eigenen kleinen Welt isoliert bin, so begrüßt. Mein Name ist Emily. Für die meisten bin ich einfach nur Em, abgesehen von meinem leiblichen Vater. Ein Spezialfall, zu dem wahrscheinlich ein Post folgt, bei dem ich euch sein Wesen näher erläutere. Sogar meine Mutter und #4 (mein 4. Stiefvater) nennen mich Em. Aber auch nur deswegen, weil sie denken, wenn sie mich mit meinem coolen Spitznamen ansprechen, würden sie zu mir hindurch dringen. Oder so. Ich habe euch schon einmal einen kleinen Einblick in eines meiner charakteristischen Merkmale gewährt: Sarkasmus. Ich liebe ihn. Ich würde ihn heiraten, wäre es gesetzlich erlaubt, sich mit einem rhetorischen Stilmittel zu liieren. Oder besser gesagt; Ich würde ihn heiraten, hätte er einen Schwanz. Denn Gesetze und Regeln sind mir scheißegal. Ich scheiß auf sie. Ich würde sogar wortwörtlich auf sie scheißen, wenn sie sich personifizieren würden bzw. könnten. 
Und nun zurück zu meiner Wenigkeit. Ich bin ein 16-jähriges, pubertierendes Mädchen, das die Welt mit individuellen Ansichten betrachtet. Aber das werdet ihr vermutlich selbst merken. Dass meine Meinung oft sehr eigensinnig und komisch ist und ihr sie daher nicht richtig nachvollziehen könnt. Außer ihr tickt so wie ich - wovon ich nicht ausgehe, aber man darf doch hoffen. Ok, weiter im Programm; Da ich 1.72m groß bin und nur 54kg wiege, schaue ich relativ dürr aus. Nach Aussagen meiner Mutter leide ich an Anorexie. Ok. Lassen wir sie mal in dem Glauben. Ich empfinde aber nicht so. Daran ist allein mein überfleißiger Stoffwechsel schuld. Mein Gesicht schaut dementsprechend auch etwas knochig aus, vor allem meine Wangenknochen – und teils auch meine Tränensäcke – stechen einem direkt ins Auge.  Apropos Auge, ich habe die langweiligsten blauen Augen auf diesem Planeten, in der überdimensional großen Milchstraße, im ewigen Universum. Normalerweise stellt man sich unter blauen Augen strahlend blaue Barbieaugen, wie die von Alena Shishkova, vor. Tja, ich bin eben der Widerspruch dieser Vorstellung in Fleisch und Blut. Das einzig normale an meiner Person ist mein Mund, bestehend aus einer dünnen Oberlippe, deren Form ein gestrecktes M annimmt,  und einer dickeren – aber nicht zu dicken - Unterlippe. Und dafür bin ich meiner Mutter endlos dankbar. Dafür, dass sie mir wenigstens die stinknormalsten Lippen vererbt hat. Wofür ich nicht so dankbar bin, ist meine Nase, die ich anscheinend  von meinem russischen Vater habe. Ist das nur in meinen Augen der Fall, oder haben tatsächlich alle russischen Männer die eine und selbe lange, spitze Nase? Und genau über diese lange, spitze Nase verfüge ich. Allerdings schaut sie weiblich(er) aus und schon beinahe akzeptabel. Aber ich werde mich trotzdem nie mit ihr zufrieden geben. Ich denke, keiner ist wirklich zufrieden mit seiner Nase. Mit Ausnahme von Megan Fox und anderen Stars, die sich ihre Nasen gemäß ihren Wünschen haben chirurgisch optimieren lassen. 
Naja, ansonsten kann ich über meine Optik nicht viel Erwähnenswertes sagen. Vielleicht sollte ich noch ein paar Sätze zu meinem Stil machen; Ich bin weder Mitläufer, noch Hipster. Das heißt, meine Garderobe besteht aus ganz normalen Kleidungsstücken, vorwiegend aus eher dunkleren Tönen. Allerdings habe ich eine besondere Vorliebe für „Baumfällerhemden“, wovon ich hunderte in den verschiedensten Farben besitze.  Und diese „emo-mäßigen“ Boots. Ach Gott, ich liebe diese Boots. Einer von vielen Gründen, wieso ich den Sommer hasse. Weil man sich den gesamten Wasseranteil des Körpers wegschwitzt, wenn man diese Schuhe in dieser berüchtigten Jahreszeit trägt. Da kann man sich außerdem noch an super Käsefüßen-Gestank erfreuen.  Meine schulterlangen, blonden Haare trage ich meistens offen.  Und wenn sie anfangen, mir auf die Nerven zu gehen, binde ich sie mit einem schwarzen Haargummi, das ich stets bei mir trage, zu einem Pferdeschwanz zusammen. Meistens schminke ich mich – um genauer zu sein, meine Augen – mit Mascara und einem schwarzen Lidstrich, um meinem Umkreis einen Gefallen zu tun *self-diss*. Von meiner Persönlichkeit will ich nicht allzu viel preisgeben, zum einen, da es mir relativ schwerfällt, mich selbst einzuschätzen, und zum anderen, weil ich will, dass ihr euch eine eigene Meinung über mich bildet. So, das war’s von mir für’s Erste. Aja, noch die Antwort auf die Preisfrage, wieso ich online über mein abgefucktes Leben berichte: Mein Therapeut hat mir geraten, mir ein nützliches und praktisches Hobby zu suchen. Und ta-daa. Hier bin ich nun.

-EΩ