Dienstag, 13. Mai 2014

Mhm, lecker, soziale Männer mit Manieren.

Als Entschädigung dafür, dass ich mich voriges Mal eher kurz gefasst habe, habe ich mich entschieden, den zweiten Teil jetzt schon zu veröffentlichen. Unter anderem auch, weil mir in den Werktagen die Zeit dazu fehlen wird.
...
Nicht einmal eine Minute war vergangen, als mir unerträglich heiß wurde. Das lag zweifellos an dem sexy Typen neben mir. Weil er so unpackbar heiß ist. Ich muss dazu noch sagen, dass man ihn jetzt nicht gleich mit Jensen Ackles - meinem absoluten Traummann, wenn man nur die Optik bedenkt - und weiteren Kerlen seinesgleichen vergleichen kann, aber er war doch eine Augenweide. Vor allem für mich, das Mädchen mit der rosaroten Brille. Die kurze Stille legte sich wieder, als er, wie aus dem Nichts, anfing, von seiner kleineren Schwester zu erzählen. Ich denke, das hat er nur gemacht, um uns einen weiteren Moment der Stille zu ersparen. Aber ich muss ehrlich zugeben, mit dieser Masche konnte er eindeutig bei mir punkten. Ja, ich bin ein Einsiedler, trotzdem liebe ich es, zu helfen und Soziales zu tun. Und vor allem liebe ich Männer, die das genauso lieben. Sie war erst 3 Jahre alt und herrschte jetzt schon über seine Welt. Anschließend zeigte er mir noch einige Fotos auf seinem Smartphone, bei denen ich nicht anders konnte als ein fettes 'Awww' von mir zu geben. Und dieses 'Awww' hatte sie sich wirklich verdient, denn sie war zum Anbeißen. Obwohl ich mich nie zu Kindern angezogen gefühlt habe. Auch heute nicht. Sie ist die einzige Ausnahme. Meine beste Freundin. Sorry, Steffi, hab' dich trotzdem lieb.
Nach dieser Aktion lief das Gespräch. Wörter flossen wie ein Wasserfall aus unseren Mündern. Wir sprachen über alles. Über unsere Vorlieben, unsere Freunde und Familie, den Sinn unseres Daseins und ja, sogar über meine aktuellen Probleme. Normalerweise erwähne ich meine Probleme nie jemandem gegenüber, jedoch war er ein Sonderfall. Wie seine Schwester. Muss wohl in der Familie liegen. Ein genetisch bedingtes Ausnahme-Syndrom. Oder so.
Dieses Gefühl der Freiheit und Hemmungslosigkeit habe ich noch nie so stark empfunden wie in seiner Nähe. Ich vertraute ihm. Bei ihm konnte ich ich selbst sein, was mir nicht oft zusteht. Bei ihm konnte ich einfach drauf' loslegen, ohne im Nachhinein zu bereuen, etwas Unpassendes gesagt zu haben. Bei ihm fühlte ich mich geborgen. Ich wusste schon damals, er wird derjenige sein, der mich vor der grausamen Welt und gar vor mir selbst beschützt.
Mit jeder Sekunde kamen wir uns immer näher - psychisch und physisch. "VERDAMMT, KÜSS MICH DOCH ENDLICH!", hallte es in meinem Kopf permanent wider. Und siehe da, wie auf sein Stichwort: Den Kopf leicht geneigt und den Mund auf eine höchst erotische Weise leicht geöffnet, näherte er sich mir, während seine rechte Hand meinen linken Kiefer umfasste. Dabei sah er mir mit ausdrucksvollem Blick so tief in die Augen, dass sie meine locker hätten durchbohren können. Ich hatte mir diesen Moment zwar 2374912 Mal ausgemalt, war, als es darauf angekommen wäre, aber doch total unvorbereitet. Ich wusste nicht, wie mir geschieht, da hatte er schon seine Lippen auf die meinen gepresst. Vor Schock konnte ich den Kuss zunächst nicht richtig erwidern, aber mit der Zeit arbeitete meine Zunge fleißig mit. Nicht schlecht für den ersten Zungenkuss. Und unbedingt dann, als ich so richtig in Schwung kam und mich von meiner unangenehmen Position in eine weniger unangenehme Position umgesetzt hatte, musste dieses nervtötende Wesen, namens Steffi, uns mit einem lauten Klopfen - eigentlich kann man das nicht als Klopfen bezeichnen, da sie die Arbeit nicht, wie üblich, einer Faust, sondern ihrerer Handfläche, überließ - stören. Nochmals, vielen Dank, Steffi. Ihre Kinnlade hing aus Verblüffung und Verwunderung in der Luft, die Augen weit aufgerissen, die Brauen leicht hochgezogen. Den Kopf schüttelnd, schaute sie mich mit einem Blick an, der allein schon alles aussagte. "Du, Schlampe, machst einfach hinter meinem Rücken mit dem besten Freund meines Freundes rum, tz tz tz." - grob auf Steffi-Art gesagt.
Weiteres folgt.

-EΩ

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